Über 100 Mitglieder zivilgesellschaftlicher Organisationen (CSOs), Gewerkschaften, Bewegungen und Netzwerke aus aller Welt versammelten sich im offiziellen Veranstaltungsort der Vierten Internationalen Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung (FfD4) zu einer friedlichen Aktion. Globale Bewegungen, die eine Überarbeitung der internationalen Finanzarchitektur fordern, tauschten kritische Perspektiven darüber aus, was nach dem „Compromiso de Sevilla“ für die Zukunft der wirtschaftlichen Gerechtigkeit auf dem Spiel steht.
Die Aktion in einem der Konferenzsäle war auch ein Versuch, die Präsenz der Zivilgesellschaft trotz anhaltender Hürden für eine sinnvolle Beteiligung am Prozess spürbar zu machen. Die Teilnehmenden kritisierten, dass das Abschlussdokument nicht den erforderlichen Ehrgeiz aufbringe, um die vernetzten und systemischen Krisen zu bewältigen, mit denen die Welt derzeit konfrontiert ist, und prangerten den mangelnden politischen Willen zu mutigen Reformen an, insbesondere in den Ländern des Globalen Nordens, die weiterhin undemokratische Institutionen in ihren Entscheidungsbefugnissen schützen. Ein vielfältiges Rednerteam aus verschiedenen Regionen skandierte Slogans wie „Schuldenstreichung jetzt!“ und „Klimagerechtigkeit jetzt!“. Freiwillige Konferenzteilnehmer und andere Teilnehmer, die zunächst nur Zuschauer waren, stimmten in die gemeinsamen Solidaritätsrufe ein.
Die Zivilgesellschaft unterstützte die Vorschläge der Länder des Globalen Südens, darunter die UN-Steuerkonvention und die UN-Schuldenkonvention. Ein zentraler Bestandteil dieser Forderungen ist die Forderung nach einer Demokratisierung der globalen Wirtschaftsordnung und nach finanzieller Wiedergutmachung für historisches und anhaltendes Unrecht, das der Globale Norden den Völkern des Globalen Südens zugefügt hat. Diese Forderungen spiegelten auch die Diskussionen unmittelbar vor der offiziellen FfD4-Konferenz wider, als über 1000 Mitglieder der Zivilgesellschaft ein CSO-Forum einberufen hatten. Die politische Erklärung des Forums war sowohl eine Reaktion auf das offizielle FfD4-Abschlussdokument, den „Compromiso de Sevilla“, als auch Empfehlungen an die UN-Mitgliedstaaten und die internationale Gemeinschaft zu den notwendigen ehrgeizigen Maßnahmen für die Zukunft.
https://www.sidint.org/sid-blogs/press-release-ffd4-conference
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